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Durchführung der Impfung
Hinweise zur Durchführung der Mykoplasmen-ImpfungDer Krankheitsbegriff der Enzootischen Pneumonie umschreibt eine Faktorenkrankheit der Atmungsorgane beim Schwein. Der ursächliche Erreger heißt Mycoplasma hyopneumoniae. Die Infektion mit diesem Erreger erfolgt meist bereits im Saugferkelalter von den Sauen ausgehend. Unter dem kurzfristigen und zudem begrenzten Schutz maternaler Antikörper (ca. 12 bis 14 Tage) entwickeln sich in diesem frühen Lebensabschnitt meist keine Krankheitserscheinungen. Erste Symptome treten bei den infizierten Tieren häufig erst nach dem Absetzen auf. Absetzer können sich darüber hinaus aber auch erst im Aufzuchtbereich infizieren. Zeitpunkt des Auftretens und der Schweregrad der klinischen Symptomatik sind stark faktorenabhängig. Akute "lebensbedrohliche" Krankheitsverläufe sind eher selten. Häufiger findet sich die durch langsame Ausbreitung im Bestand gekennzeichnete chronische Form. Diese äußert sich zunächst durch Husten. Es entwickelt sich dabei das Krankheitsbild einer chronischen Bronchopneumonie mit Wachstumsdepressionen und verschlechterter Futterverwertung, die langfristig erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen kann. In der Praxis treten fast immer bakterielle Mischinfektionen auf, bei denen M. hyopneumoniae die primäre Rolle spielt und als Wegbereiter für sekundäre Infektionen wirkt.
Seit 1994 gibt es in Deutschland Mykoplasmen-Impfstoffe. Sie werden vorzugsweise bei Ferkeln intramuskulär appliziert. Muttertierimpfungen haben nach heutigem Kenntnisstand keinen ausschlaggebenden Wert, da die kolostrale Immunität die Infektion der Ferkel nicht verhindern kann. Ferkel werden einer zweimaligen i. m. Immunisierung unterzogen. Da die maternalen Antikörper die Immunitätsbildung nicht stören, gilt bei der Impfung häufig:
"Je früher, desto besser!"Der maximale Impferfolg kann nur gewährleistet werden, wenn der Immunschutz durch die Impfung stabil ist, bevor es zur Infektion des einzelnen Tieres/Bestandes mit dem Felderreger kommt. Werden zum Beispiel in einer betroffenen Sauenherde die Ferkel bereits unmittelbar nach der Geburt mit Mykoplasmen infiziert, dann muss die durchzuführende Impfung gegen Mykoplasmen, die Erreger der Enzootischen Pneumonie, sinnvollerweise so früh wie möglich erfolgen (z. B. ab dem 3. Lebenstag). Nur bei möglichst früher Impfung kann der Impfstoff in der Lage sein, einen ausreichenden Immunschutz aufzubauen. Aus arbeitstechnischen Gründen kann die frühzeitig vorgenommene 1. Impfung zeitgleich mit der Verabreichung von Eisenpräparaten vorgenommen werden. Die Verabreichung der beiden Medikamente hat dabei ortsgetrennt zu erfolgen (auf verschiedenen Seiten). Für jedes Medikament sind verschiedene Spritzen zu verwenden!
Die 2. Impfung wird in aller Regel 2 bis 4 Wochen nach der 1. Impfung vorgenommen.
Im Allgemeinen empfiehlt sich eine dem Produktionsverfahren angepasste Applikation
(z. B. beim Absetzen der Ferkel von der Sau, sofern oben genannte Zeitabstände
zwischen beiden Impfungen eingehalten werden).
Der Impfstoff wird intramuskulär in die Nackenmuskulatur hinter
dem Ohr injiziert. Die Dosis pro Impfung beträgt 2,0 ml. Beim Aufziehen
des Impfstoffes in die Spritze ist auf die genaue Dosierung zu achten.
Es darf keine Luft in der Spritze sein. Die Injektionsstelle muss sauber
sein.
Impfbegleitende Maßnahmen: Wie bei jeder Impfung müssen natürlich Standardanforderungen an die Hygiene erfüllt werden; d. h. der Bestand sollte "impfwürdig" sein. Weiterhin sollte beachtet werden, dass bei akuten Infektionskrankheiten im Schweinebestand, wie etwa der Aujeszkyschen Krankheit oder der Schweineinfluenza, kein Effekt durch eine Mykoplasmen-Impfung zu erwarten ist.
Schrittweise Umstellung der Antibiotika-Anwendungen: In der Praxis wird zu Beginn des Mykoplasmen-Impfprogramms empfohlen, die bisher vorgenommene antibiotische Behandlung vorerst weiterzuführen. Erst wenn alle Schweine innerhalb eines gemeinsamen Stalls bzw. Luftraums geimpft sind, kann die Behandlung mit Antibiotika reduziert und dann gegebenenfalls abgesetzt werden.
Bewertung des Nutzens durch eine Impfung: Dies kann in mehreren Schritten geschehen:
- 3 Monate nach Beginn des Impfprogramms, bei Eintritt in die Mast (weniger Husten, gesteigerte Fresslust, gleichmäßigere Würfe bzw. Haltungsgruppen)
- nach ca. 6 Monaten, zur Schlachtung der ersten geimpften Tiere
- nach ca. 12 Monaten (weniger Schlachtlungenveränderungen, höhere Schlachtkörperqualität, bessere Futterverwertung, höhere Tageszunahmen, kürzere Mastdauer, geringere Verlustraten, verminderter Behandlungsaufwand)