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Nachgeburtsphase / Frühlaktation
Nachgeburtsphase / Frühlaktation
Früherkennung von Krankheiten
Die
intensive Überwachung der Fruchtbarkeit beginnt direkt nach der
Kalbung. Das tägliche Fiebermessen in
den ersten 5–10 Tagen durch
den Landwirt ist eine einfache Methode, um frühzeitig akute Gebärmutter-
entzündungen, Mastitiden und andere Krankheiten zu diagnostizieren. Solche
Entzündungen treten vor allem nach Schwergeburten, Zwillingsgeburten
und geburtshilflichen Eingriffen auf. Tiere mit
einer Körpertemperatur über
39,5 Grad Celsius sollten umgehend dem Tierarzt vorgestellt und behandelt
werden. Kontrollieren Sie den Abgang der Nachgeburt und achten Sie
auf Aussehen und Geruch des Ausflusses. Sollten die Eihäute etwa 24 Stunden
nach der Geburt nicht abgegangen sein, spricht man von einer Nachgeburtsverhaltung.
Oft hängen noch Eihautteile aus der Scheide und die Kuh "stinkt".
Der Geruch wird von Bakterien verursacht, die sich in der flüssigkeitsgefüllten
Gebärmutter vermehren.
In
einer zweiten Phase bekommt die Kuh oftmals Fieber und frisst schlecht.
Die übliche
Therapie des Tierarztes besteht in einem Abnahmeversuch und dem Einlegen
von Antibiotikastäben oder "Spülungen"
der Gebärmutter. Diese praxisgängige Therapie gerät jedoch
zunehmend in die Kritik. Nachteile der Methode sind Reizungen der Schleimhaut,
Rückstandsproblematik,
Arbeitsaufwand, Wartezeit für Milch und ein möglicher negativer
Einfluss auf das Erstbesamungsergebnis. Die derzeit empfohlene Therapie
besteht in der Injektion eines speziell dafür zugelassenen Antibiotikums
für
3-5 Tage. Eine gute Möglichkeit, die Reinigung der Gebärmutter
zu unterstützen, besteht in der Injektion eines natürlichen Prostaglandins.
Sinnvoll ist die sogenannte "Reinigunsspritze" 3 bis 4 Wochen
nach der Kalbung. Das Gewebshormon bewirkt eine Kontraktion der Gebärmutter
und führt zu einer reinigenden Brunst nach 2 bis 5 Tagen. Eine Wiederholungsbehandlung
kann nach einer Kontrolluntersuchung 2 Wochen später erfolgen.
| Checkliste Kalbung/Nachgeburtsphase | JA/NEIN |
|---|---|
| Hygiene in der Abkalbebox optimiert | |
| Regeln der Geburtshilfe eingehalten | |
| Sofortige Biestmilchversorgung des Kalbes | |
| Nach der Kalbung täglich Fieber gemessen | |
| Mastitiskontrolle | |
| Körperkondition beurteilen | |
| Nachgeburtsverhaltung kontrollieren | |
| Wasserversorgung absichern |