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Gebärmutterentzündungen bei Kühen
Ein neues Therapiekonzept
Jeder Milchviehhalter kennt sie – Gebärmutterentzündungen bei Milchkühen nach der Abkalbung. Besonders Milchkühe mit Zwillingsgeburten, Totgeburten, Geburtshilfe oder Nachgeburtsverhaltungen sind gefährdet. Ein paar Tage nach der Abkalbung fällt die Kuh durch Ausfluss oder sogar durch ein gestörtes Allgemeinbefinden mit Fieber auf. Ca. 25% aller Milchkühe entwickeln nach der Abkalbung eine Gebärmutterentzündung und in nicht wenigen Fällen bleiben diese unerkannt. "Versteckte" Gebärmutterentzündungen sind oft der Grund für eine verschlechterte Fruchtbarkeit der betroffenen Kühe. Daher sollten Milchviehhalter alles daran setzen, diese schnell zu entdecken und zu behandeln.

Eine typische Gebärmutterentzündung! Die Kuh fällt meist durch ein verschlechtertes Allgemeinbefinden, Freßunlust, evtl. Fieber und nachfolgend durch mehr oder weniger starken, übelriechenden Ausfluß auf.
Die einfachste Methode, diese Erkrankung frühzeitig aufzuspüren, ist, bei jeder frisch abgekalbten Kuh über 7 – 10 Tage täglich die Körpertemperatur zu messen. Steigt diese auf > 39,5 °C an, kann eine bakterielle Infektion (z. B. eine Gebärmutterentzündung) der Grund sein. Dann sollte möglichst schnell der Tierarzt konsultiert und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Die Infektion kann so gar nicht erst "aufblühen" und die Kuh sinkt zu Beginn der Laktation in der Milchleistung nicht ein.
Frühzeitiges Handeln kann hier viele Langzeitschäden verhindern!
Ist sie wirklich gesund? Jede Kuh sollte nach der Abkalbung genau beobachtet werden. Tägliches Fiebermessen verhindert, dass versteckte Infektionen ungehindert aufkeimen und die weitere Milchleistung der Kuh gefährden.
Gebärmutterentzündungen werden noch häufig auf die herkömmliche Methode anhand von Spülungen mit desinfizierenden Lösungen therapiert. Zusätzlich werden antibiotische Stäbe in die Gebärmutter eingelegt, die die Krankheitserreger direkt in der Gebärmutter bekämpfen sollen. Das Ziel der Ausheilung wird so zwar in vielen Fällen erreicht, langfristig kann diese Methode allerdings einige Nachteile für die Kuh und letztendlich auch für den Milchviehhalter in sich bergen.
Die Manipulation in dem erkrankten Organ geht auch bei noch so sauberer Arbeitsweise mit der Einbringung zusätzlicher Keime in die Gebärmutter einher. Das bereits empfindliche Gewebe wird noch mehr gereizt und weitere Verletzungen werden gesetzt. Die antibiotischen Stäbe lösen sich in der Gebärmutter unterschiedlich schnell auf und in den meisten Fällen verteilt sich der Wirkstoff nicht gleichmäßig in der Gebärmutter. Schleimhautfalten tief im Inneren des Organs werden somit nicht erreicht und die Keime können sich dort frei vermehren. Häufig entsteht aus einer nicht ausgeheilten akuten Gebärmutterentzündung eine chronische Form, die erstens schlecht heilbar ist und zweitens oft der Grund für den verfrühten Abgang eines Tieres aus dem Bestand darstellt. Bei der herkömmlichen Methode dauert es oft lange, bis die betroffene Kuh wieder ganz geheilt ist und besamt werden kann. Hinzu kommt, dass die Anwendung antibiotikahaltiger Stäbe immer mit der Einhaltung einer Wartezeit für die Milch verbunden ist. Werden mehr Stäbe als empfohlen angewendet, verlängert sich die Wartezeit zusätzlich auf eine nicht mehr exakt bestimmbare Zeit.
Ein von Pfizer Tiergesundheit angebotenes Injektionsantibiotikum ist für die Behandlung von Gebärmutterentzündungen, Panaritien und Atemwegserkrankungen bei Rindern zugelassen. Dieses Antibiotikum zeichnet sich neben einer sehr guten Wirksamkeit und Verträglichkeit v.a. auch dadurch aus, dass es 0 Tage Wartezeit auf Milch hat. Für die Behandlung von Gebärmutterentzündungen wird dieses Antibiotikum in der Dosierung von 1 ml pro 50 kg Körpergewicht subkutan einmal täglich für fünf aufeinanderfolgende Tage verabreicht. Der Wirkstoff wird schnell aufgenommen und verteilt sich gleichmäßig über das Blut und somit auch über die gesamte Gebärmutter.
Untersuchungen haben gezeigt, dass hohe Wirkstoffkonzentrationen auch tief im Inneren der Gebärmutter, in den Karunkeln und in der Gebärmutterschleimhaut, erreicht werden (Abb. 1), unabhängig davon, ob z. B. noch Reste des Fruchtwassers vorhanden waren oder nicht. Diese Konzentrationen liegen, außer für die Fruchtwasserreste, für die meist bei einer Gebärmutterentzündung beteiligten Gewebe über einen Zeitraum von 24 Stunden deutlich über den Grenzwerten, die erreicht werden müssen, um die Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen.

Wirkstoffkonzentrationen nach der Applikation des Pfizer-Antibiotikums; Okker et al. (2002) , Salmon et al. (2001)
Langzeitstudien in Betrieben, die Gebärmutterentzündungen auf diese moderne Art therapieren, haben gezeigt, dass sich die Fruchtbarkeitskennzahlen deutlich verbessern können. Zusätzlich ist der Anteil tragender Tiere in diesen Gruppen deutlich höher. In einer Studie wurden Kühe mit Nachgeburtsverhaltung, die meist auch eine Gebärmutterentzündung entwickeln, entweder mit der herkömmlichen Methode (Abnahmeversuch, Uterusstäbe und bei Fieber Antibiotikum zusätzlich subkutan) oder mit der modernen Therapiemethode (subkutane Injektion des Pfizer-Antibiotikums mit 0 Tage Wartezeit auf die Milch in der Dosierung von 1 ml pro 50 kg Körpergewicht an fünf aufeinanderfolgenden Tagen) behandelt. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über die in dieser Studie festgestellten Fruchtbarkeitskennzahlen.
Tabelle: Fruchtbarkeitskennzahlen bei Kühen mit Nachgeburtsverhaltung und Gebärmutterentzündung. Vergleich der Therapiearten "modern" und "herkömmlich"; Drillich und Heuwieser (2004)
| Kennzahl | modern | modern | herkömmlich | herkömmlich |
|---|---|---|---|---|
| alle | klinisch geheilt | alle | klinisch geheilt | |
| 35 Kühe | 23 Kühe | 35 Kühe | 24 Kühe | |
| Besamte Kühe (%) | 82,9 | 82,6 | 82,9 | 75,0 |
| Rastzeit | 75,2 | 69,2 | 81,0 | 79,8 |
| Konzeptionsrate¹ (%) | 43,1 | 43,2 | 31,7 | 22,5 |
| Erstbesamungserfolg (%) | 37,9 | 42,1 | 34,5 | 33,3 |
| Güstzeit | 107,4 | 97,6 | 98,1 | 87,0 |
| Tragende Kühe² (%) | 71,4 | 69,6a | 54,3 | 37,5b |
¹: Konzeptionsrate = Anzahl tragender Kühe/Anzahl aller Besamungen
²: innerhalb von 200 Tagen nach der letzten Geburt tragend
a,b: signifikanter Unterschied
Der Anteil tragender Kühe war in der Gruppe, die mit der modernen Therapiemethode behandelt wurden, signifikant höher!
Der Grund liegt in der Schonung der infizierten Gebärmutter und in der gleichmäßigen Verteilung des Antibiotikums in den infizierten Arealen. Das Gewebe erholt sich deutlich schneller, die Kuh kann früher besamt werden und wird schneller tragend. Jeder Tag, den die Kuh leer ist, kostet den Milchviehhalter Geld. Mit dem Pfizer-Antibiotikum kann dies weitestgehend vermieden werden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Milch über die gesamte Behandlungszeit weiter abgeliefert werden kann. Dies senkt die Therapiekosten ganz erheblich, denn jeder Milchverlust erhöht die Gesamtkosten zusätzlich zu den Medikamentenkosten. Das Pfizer-Antibiotikum ist derzeit die kostengünstigste und schonendste Methode, Gebärmutterentzündungen zu behandeln.
Des Weiteren entfällt das zeit- und arbeitsaufwendige Extramelken der betroffenen Kühe. Die Melkroutine wird nicht gestört und bei korrekter Anwendung des Präparates nach Herstellerempfehlung bleibt die Tankmilch hemmstofffrei.
Dieses Antibiotikum wird seit fünf Jahren bei Milchkühen in Deutschland eingesetzt und seither gab es keinen einzigen Fall einer positiven Tankmilchprobe nach korrekter Anwendung des Präparats. Die Milchviehhalter können sich daher darauf verlassen, dass es keinerlei Einbuße durch hemmstoffhaltige Milch gibt.

Gebärmutterentzündungen effektiv, schonend und kostengünstig behandeln! Ihre Kühe danken es Ihnen mit guter Gesundheit und stabiler Leistung im Stall.
Weiteres Infomaterial steht hier für Sie zur Ansicht bereit (Format PDF):
PDF 'Vorteile
für Milchviehhalter'
Quelle: Dr. Monika Ott, Karlsruhe