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Aus Freundschaft zum Pferd
Strategisch entwurmen
Gerade auf der Weide, dem schönsten Platz für unsere Pferde,
droht eine besondere Gefahr. Mit der Aufnahme von Gras können Magen-Darm-Würmer
in den Körper der Tiere gelangen und ihre Gesundheit extrem gefährden.
Im Gegensatz zu den früher frei lebenden Wildpferden bewegen sich unsere Pferde heute auf stark eingeschränkten Weideflächen. Auf der nahezu grenzenlosen Steppe hatten es Würmer schwer, ihre Wirtstiere zu finden.
Anders heute: Kleine Koppeln mit dichtem Pferdebesatz und einseitiger Nutzung bieten den Parasiten ideale Bedingungen für ihre massive Vermehrung und ihr zum Teil jahrelanges Überleben. Ein einziger Spulwurm ist beispielsweise in der Lage, täglich ca. 100.000 Eier zu produzieren!
Neueste Untersuchungen zeigen, das auch der Pferdebandwurm ein immer ernster zu nehmendes Problem darstellt (hier nur Anoplocephala perfoliata von Bedeutung). Das Problem bei dem Pferdebandwurm ist die sehr schwierige Diagnose. Während bei Kotuntersuchungen in der Schweiz nur ca. 5,8 % der untersuchten Pferde positiv waren, schnellte das Ergebniss bei der Autopsie auf eine Befallsrate von 76 % hoch.
Die FolgenDie Magen-Darm-Würmer schwächen unsere Pferde. Die Tiere magern ab, es kommt zu chronischen Verdauungsstörungen, das Haarkleid wird stumpf, und Fohlen zeigen deutliche Entwicklungsstörungen. Lebensgefährliche Koliken, Darmentzündungen und starke Schädigungen der Gefäße können als schwerwiegende Folgen eines Befalls mit Würmern auftreten. Nicht selten führt der Befall mit seinen Folgeerkrankungen zum Tod der Pferde.
Die Strategie
Durch eine regelmäßige Entwurmung können verantwortungsbewusste
Tierhalter ihre Tiere vor diesen Gefahren schützen. Gleichzeitig
wird die Anzahl der Parasiten auf den Weideflächen reduziert und
die erneute Infektionsgefahr vermindert.
Wichtig ist hierbei die richtige Auswahl des Entwurmungsmittels, da es Wurmarten gibt, die Resistenzen gegenüber Entwurmungsmitteln erlangt haben. Darüber hinaus gibt es zur Zeit nur ein in Deutschland offiziell zugelassenes Präparat zur Bandwurmbehandlung.
Es empfiehlt sich, Fohlen vom 10. Tag an bis zum Alter von 8 Wochen einmal wöchentlich gegen Zwergfadenwürmer zu entwurmen. Danach sollten sie generell wie Jährlinge, Stuten (auch tragende) und alle anderen Pferde während der Weidesaison alle 6 - 8 Wochen gegen Spulwürmer, kleine Strongyliden (Blutwürmer) und Pfriemenschwänze entwurmt werden. Zusätzlich empfiehlt man, die Pferde mindestens 2 x jährlich (vor der Weidesaison und im Oktober/November) gezielt gegen Pferdebandwürmer zu behandeln. Im November ist noch an eine Behandlung gegen Magendasseln zu denken.
Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem richtigen Präparat!Begleitende Maßnahmen für eine optimale Hygiene von Stall und Weide sorgen dafür, dass ihr Pferd leistungsstark und gesund bleibt.
Was Sie selbst tun können:- regelmäßiges Absammeln der Kothaufen von der Weide (mindestens 1 x pro Woche)
- Weide nicht überbesetzen (max. 2 Pferde pro ha)
- wechselnde Weidenutzung durch andere Tierarten bzw. Mähen
- Tiefstreu vermeiden, Boxen trocken halten
- 1 - 2 x pro Jahr gründliche Boxenreinigung (Dampfstrahlgerät)
Wenn Sie all diese Maßnahmen zum Schutz vor Befall mit Pferdewürmern beachten, werden Sie viele schöne gemeinsame und entspannte Stunden mit Ihrem Pferd genießen können.