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Behandlung akuter Schmerzen
Wird ein chirurgischer Eingriff durchgeführt, so ist davon auszugehen, dass jedes Tier, egal welche Spezies oder welches Alter, nach der Operation Schmerzen hat.
Schmerzhaftigkeit verschiedener Operationsgebiete
Die Stärke der Schmerzen nach einer Operation ist besonders vom Ausmaß der
Gewebsschädigung abhängig. Darüber hinaus ist der Ort des operativen
Eingriffs und der dadurch bedingten Verletzung von großer Bedeutung.
So werden im allgemeinen Operationen an Auge, Ohr, Gelenken, Röhrenknochen
und der Wirbelsäule als sehr schmerzhaft empfunden. Auch Gliedmassenamputationen,
Brustkorberöffnung und Eingriffe im Analbereich sind zu den sehr schmerzhaften
Eingriffen zu zählen. Dagegen sind Operationen innerhalb der Bauchhöhle
beim Kleintier als mittelgradig schmerzhaft einzustufen. Ausnahmen stellen
Eingriffe im Oberbauchbereich dar.
Während eines operativen Eingriffes ist die Gabe von Analgetika zur Schmerzaufhebung üblich. Allerdings ist nach Beendigung der Operation der routinemäßige Einsatz eines Analgetikums noch nicht sehr verbreitet. Das bedeutet, dass die Tiere nach der Operation oft keine schmerzlindernden Medikamente erhalten und daher oft Tage oder sogar Wochen unter den Schmerzen leiden müssen.
Schmerzen führen zu erheblichen Nebenwirkungen. Dadurch erholen sich die Tiere nach der Operation langsamer, d. h. die Rekonvaleszenzzeit ist erheblich verlängert. Darüber hinaus kommt es zu einer negativen Beeinflussung der Wundheilung. Durch eine spezifische Schmerzbehandlung mit dem richtigen Medikament erholt sich Ihr Hund nach der Operation viel schneller. Ferner wird der Heilungsverlauf positiv beeinflusst.
Auch heute wird leider oft noch die Meinung vertreten, dass Hunde nach der Operation Schmerzen empfinden sollten, damit sie sich weniger bewegen. Durch diese unsinnige Auffassung werden unnötige Scherzen billigend in Kauf genommen.
Mit Hilfe von Schmerzmitteln können besonders dumpfe, quälende Schmerzen gelindert werden, nicht aber der akute, scharfe Wundschmerz. Da der akute Wundschmerz trotz Gabe eines Schmerzmittels nicht ganz auszuschalten ist, wird das Tier sich nach einer Operation noch ausreichend schonen und keinen übermäßigen Bewegungsdrang entwickeln.
Wann soll ein Schmerzmittel appliziert werden?Ziel der modernen Schmerzbehandlung ist die Schmerzvorbeugung. Der Schmerz soll also erst gar nicht in seinem vollen Ausmaß entstehen.
Daher sollte die Schmerztherapie möglichst vor Auftreten der zu erwartenden Schmerzen, also bereits vor jedem chirurgischen Eingriff, beginnen. Dadurch ist mit einer verminderten Schmerzreaktion zu rechnen, man benötigt weniger Schmerzmittel, belastet den Organismus weniger und Ihr Hund erholt sich nach der Operation bedeutend schneller.
Eine einmalige Schmerzbehandlung vor der Operation alleine reicht häufig nicht aus. Vielmehr muss sie in der Phase nach der Operation für 2 bis 3 Tagen oder bei Bedarf noch länger fortgeführt werden. Für eine Schmerztherapie vor und nach Operationen stehen heutzutage moderne, gut verträgliche und sehr wirksame Medikamente zur Verfügung, die eine optimale Erholung Ihres Hundes nach einer Operation gewährleisten.
Welche Schmerzmittel gibt es zur Behandlung akuter Schmerzen?Unter Schmerzmitteln (Analgetika) werden Substanzen verstanden, die die Schmerzempfindung unterdrücken oder sogar ganz ausschalten. Bisher stehen zwei unterschiedliche Gruppen für die Behandlung akuter Schmerzen zur Verfügung. Dabei handelt sich einmal um die Gruppe der Opioide, die von vielen Tierärzten zur Schmerzausschaltung während der Operation eingesetzt werden.
Zum anderen gibt es die Gruppe der nicht-steroidalen, entzündungshemmenden Medikamente (Non Steroidal Anti-Inflammatiory Drug = NSAID), die im Gegensatz zu den Opioiden hauptsächlich direkt am Ort der Schmerzentstehung wirken. Sie hemmen bestimmte Enzyme und greifen dadurch in den Mechanismus der Schmerz- und Entzündungsentstehung ein.
Diese Medikamente wirken schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Die einzelnen Eigenschaften sind je nach Präparat unterschiedlich stark ausgeprägt. Neu entwickelte Substanzen dieser Stoffgruppe wirken fast genauso stark schmerzlindernd wie die zentral wirkenden Opioide, haben aber erheblich weniger Nebenwirkungen.
Für leichte und mittelgradige Schmerzen, hervorgerufen durch Verletzungen oder Operationen, kommen die NSAIDs immer mehr zum Einsatz. Sie sind auch sehr wirkungsvoll, wenn sie bereits prophylaktisch, z. B. vor Operationsbeginn, gegeben werden.
Beim Einsatz der klassischen NSAIDs, die schon lange auf dem Markt sind, können Nebenwirkungen wie z. B. Reizung des Magen-Darm-Traktes (Durchfall und/oder Erbrechen, z. T. blutig), Gefahr von Blutungen oder Beeinträchtigung der Nierenfunktion auftreten.
In den letzten Jahren konnte durch Entwicklung einer neuen Generation nicht-steroidaler Schmerzmittel die Nebenwirkungsrate deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus zeichnen sich die neuen Medikamente durch eine sehr gute Wirksamkeit aus. Aufgrund der sehr guten Verträglichkeit und Wirksamkeit sind mit den neueren NSAIDs sowohl eine Schmerzbehandlung im Rahmen einer Operation als auch eine dauerhafte und kontinuierliche Behandlung chronischer Erkrankungen möglich.
Eine einmalige Schmerzbehandlung vor der Operation alleine reicht natürlich oft nicht aus. Vielmehr muss sie in der Phase nach der Operation für 2 bis 3 Tagen fortgeführt werden. Manche Krankheitsbilder machen es jedoch notwendig, dass wesentlich länger behandelt werden muss.
Dafür eignet sich am besten die kontinuierliche Gabe eines Schmerzmittels. Das Schmerzmittel sollte also am besten zum ersten Mal vor Operationsbeginn vom Tierarzt gegeben und am Tag nach der Operation weitergeführt werden. Sinnvoll ist die Gabe eines Medikamentes, das besonders lange wirkt, damit man dem Hund den Wirkstoff nur einmal am Tag verabreichen muss. Weiterhin ist es eine große Erleichterung für den Tierbesitzer, wenn er die Schmerzbehandlung mit Tabletten zu Hause fortführen kann. Die vertraute Umgebung und vertraute Personen sind für das Wohlbefinden des Patienten ebenso entscheidend wie eine ausreichend lange Schmerzbehandlung.